Sonnenschutzglas COOL-LITE SKN 176: Aufbau und Kennwerte
Was ein selektives Sonnenschutzglas leistet, woran man es in den Datenblättern erkennt und wo die Grenzen liegen. Mit Werten aus einem ausgeführten Dreifachglas.
1. Wie die Beschichtung funktioniert
SGG COOL-LITE SKN 176 ist ein Floatglas von Saint-Gobain mit einer Beschichtung auf Silberbasis, die im Magnetron-Verfahren aufgesputtert wird. Die Schicht lässt den sichtbaren Teil des Sonnenlichts weitgehend durch, reflektiert aber einen großen Teil der nahen Infrarotstrahlung, also der Wärme. Gleichzeitig wirkt sie als Wärmeschutzschicht: Langwellige Wärmestrahlung aus dem Raum wird zurückgeworfen.
Im Isolierglas liegt die Schicht auf Position 2, also auf der Innenseite der äußeren Scheibe im Scheibenzwischenraum. Dort ist sie vor Witterung und Reinigung geschützt.
Optisch wirkt das Glas in der Durchsicht neutral. Von außen ist es etwas stärker reflektierend als normales Wärmeschutzglas, aber nicht verspiegelt.
2. Kennwerte
Die wichtigsten Größen in jedem Glasdatenblatt:
- Lichttransmission (Tv, auch TL): Anteil des sichtbaren Lichts, der durch die Verglasung kommt. Bestimmt, wie hell der Raum wirkt.
- Gesamtenergiedurchlassgrad (g-Wert): Anteil der Sonnenenergie, der als Wärme im Raum ankommt, direkt und über die erwärmte Scheibe. Je kleiner, desto weniger Aufheizung.
- Selektivität: Verhältnis Tv / g. Sie zeigt, wie gut ein Glas Licht von Wärme trennt. Normales Wärmeschutzglas liegt bei etwa 1,3 bis 1,4, gute Sonnenschutzgläser nahe 2.
- Ug-Wert: Wärmedurchgang durch die Verglasung in W/(m²·K). Je kleiner, desto besser die Dämmung.
| Aufbau | Tv | g-Wert | Selektivität | Ug |
|---|---|---|---|---|
| Zweifach, 6 SKN 176 / 16 / 4 (Herstellerangabe) | 70 % | 37 % | 1,89 | 1,0 |
| Dreifach, 6 SKN 176 ESG / 16 Ar / 4 / 16 Ar / 33.1 VSG (ausgeführt in Vacha) | 63 % | 34 % | 1,85 | 0,5 |
Die Werte des Dreifachglases stammen aus der Fertigungsspezifikation des Fensterherstellers für das konkrete Projekt. Jede zusätzliche Scheibe und jede Verbundfolie kostet etwas Licht, deshalb liegt Tv im Dreifachglas unter dem Zweifachwert.
3. Vergleich mit Wärmeschutzglas
Zum Vergleich ein übliches Dreifach-Wärmeschutzglas aus unseren Bestellungen:
| Dreifachglas | Tv | g-Wert | Selektivität | Ug |
|---|---|---|---|---|
| Wärmeschutzglas 4 / 18 Ar / 4 / 18 Ar / 4 | 74 % | 54 % | 1,37 | 0,5 |
| Sonnenschutzglas mit SKN 176 (siehe oben) | 63 % | 34 % | 1,85 | 0,5 |
Bei gleichem Ug-Wert gelangt durch das Sonnenschutzglas rund 37 % weniger Sonnenenergie in den Raum (g 34 statt 54 %). Das Tageslicht nimmt dabei nur um etwa 15 % ab (63 statt 74 %). Genau das meint man mit hoher Selektivität.
4. Warum vorgespannt (ESG)
Die Variante SKN 176 II ist für das thermische Vorspannen vorgesehen und muss vorgespannt werden; die Schicht erhält ihre endgültigen Eigenschaften erst dabei. Die Außenscheibe ist deshalb ein Einscheibensicherheitsglas (ESG). Das ist auch technisch sinnvoll: Beschichtete Außenscheiben erwärmen sich in der Sonne stärker, und ESG ist deutlich unempfindlicher gegen thermische Spannungen, etwa bei Teilverschattung durch Dachüberstände oder Raffstorekästen.
Innen haben wir in Vacha Verbundsicherheitsglas (33.1 VSG) eingesetzt. Bei bodentiefen Elementen ist Sicherheitsglas ohnehin an vielen Stellen gefordert.
5. Wann es sinnvoll ist und wo die Grenzen liegen
Sinnvoll ist Sonnenschutzglas bei großen, nach Süden oder Westen ausgerichteten Glasflächen, bei bodentiefen Elementen in Bungalows und Dachgeschossen und überall dort, wo sich Räume im Sommer schnell aufheizen.
Die Grenzen sollte man kennen:
- Weniger solare Gewinne im Winter: Der niedrigere g-Wert gilt das ganze Jahr. In der Heizperiode kommt weniger kostenlose Sonnenwärme ins Haus. Bei kleinen Fenstern oder Nordseiten überwiegt dieser Nachteil, dort ist normales Wärmeschutzglas meist die bessere Wahl.
- Kein Ersatz für außenliegenden Sonnenschutz: Ein g-Wert von 34 % bedeutet immer noch, dass ein Drittel der Sonnenenergie in den Raum gelangt. Raffstoren oder Rollläden außen erreichen in geschlossenem Zustand deutlich niedrigere Werte. In Vacha sind deshalb zusätzlich Raffstoren verbaut; das Glas reduziert die Last, wenn der Behang oben ist.
- Etwas weniger Tageslicht: Die Abnahme um rund ein Sechstel ist meist kaum wahrnehmbar, sollte bei ohnehin dunklen Räumen aber bedacht werden.
- Einheitlichkeit: Von außen unterscheidet sich die Reflexion leicht von normalem Glas. Wer nur einzelne Fenster mit Sonnenschutzglas ausstattet, sieht den Unterschied in der Fassade.
Ob der sommerliche Wärmeschutz ausreicht, lässt sich für Neubauten nach DIN 4108-2 nachweisen. Das Ergebnis hängt von Glas, Verschattung, Fensterfläche, Ausrichtung und Bauweise zusammen ab, nicht vom Glas allein.
Projektbeispiel: Neubau in Vacha mit Salamander bluEvolution 82, Sonnenschutzglas SKN 176 und Raffstoren.
Quellen: Herstellerangaben Saint-Gobain zu SGG COOL-LITE SKN 176 II (Zweifachglas 6/16/4); Werte der Dreifachgläser aus den Fertigungsspezifikationen unserer Projekte.
Häufige Fragen
Welchen g-Wert hat COOL-LITE SKN 176?
Im Zweifachglas 6 SKN 176 / 16 / 4 nach Herstellerangabe 37 % bei 70 % Lichttransmission. Im ausgeführten Dreifachglas in Vacha 34 % bei 63 % Lichttransmission und Ug 0,5 W/(m²K).
Wie viel weniger Wärme kommt durch Sonnenschutzglas?
Im Vergleich zu üblichem Dreifach-Wärmeschutzglas (g 54 %) rund 37 % weniger Sonnenenergie bei gleichem Ug-Wert. Das Tageslicht nimmt dabei nur um etwa 15 % ab.
Warum muss die Außenscheibe vorgespannt sein?
Die Variante SKN 176 II erhält ihre endgültigen Eigenschaften erst beim thermischen Vorspannen. Außerdem ist ESG unempfindlicher gegen thermische Spannungen, etwa bei Teilverschattung durch Dachüberstände.
Ihr Projekt in guten Händen
Schicken Sie uns Ihre Pläne oder rufen Sie uns an. Wir melden uns innerhalb von 24 Stunden.